AUH 2017

Maybe Baby

Freitag 24. November 2017, 18:30 Uhr. Eine angespannte Stimmung breitet sich in der MZH aus. Die weissen Bühnenelemente sind zurückgezogen und geben den Blick auf den tiefblauen Samtvorhang frei. Vor der Bühne erstrecken sich die farbenfroh dekorierten Tischreihen. Noch sind diese menschenleer, doch vor dem Haupteingang drängen sich schon diejenigen welche es kaum erwarten können und solche, welche sich im Vorverkauf bei Velo Fino noch kein Ticket ergattert hatten. Eilig wuseln noch einige Turnerinnen zwischen den langen Reihen von Stühlen und nehmen die letzten Korrekturen an der Dekoration vor. Aus der Seitentür welche von der Halle in die danebenliegende Küche führt, dringen die geschäftigen Geräusche der Küchenmannschaft.

Hinter dem Vorhang, im diffusen Licht der gedimmten Scheinwerfer herrscht Stille. Die Geräusche der Halle dringen nur gedämpft durch den Vorhang. Das von Hand gezeichnete Bühnenbild überragt die Bühnenmannschaft welche über ihre Pläne gebeugt noch ein letztes Mal die Positionen der Geräte und Requisiten durchgehen. Langsam dringt Gemurmel durch den blauen Vorhang auf die Bühne. Die Besucher strömen an der reichhaltigen Tombola vorbei in die Halle auf der Suche nach ihrem Sitzplatz. Mit ihnen schwebt nun auch das Servicepersonal durch die Reihen und versorgt die Wartenden mit köstlichem Essen aus der Küche. Auf der Bühne steigt die Spannung merklich. Die letzten Technikchecks werden durchgeführt, das Sketchteam brütet über den Skripten. Hin und wieder getraut sich einer durch den Spalt zwischen den Vorhängen in die Halle hinunter zu spienzeln. Während sich die Halle füllt, machen sich die ersten Nummern bereit. Die Kostüme sitzen. Letzte Anweisungen der Regie. Dann geht alles plötzlich ganz schnell. Für Lampenfieber oder Sorgen wegen Unsicherheiten bleibt kaum Zeit. Während in der Halle das Licht wegdimmt und die zahllosen Gespräche, welche sich zu einem tiefen Summen addieren, verebben, nehmen die ersten Darsteller ihre Plätze ein.

Unter dem leisen, metallischen Kreischen der Aufhängung, gleitet der Vorhang zurück und gibt vorerst nur den Blick auf die im Dunkeln sitzende Menschenmenge frei. Dann blenden die Scheinwerfer die Sicht, mitreissende Musik dröhnt aus den Lautsprechern. Ab jetzt läuft alles nach dem Plan der Regie. Die Abendunterhaltung 2017 ist gestartet.

Florian Kistler