RMS Effretikon 2016

Turnen und Tanzen in Effi

Es regnete an dem Wochenende, als die kleine Gemeinschaft der Turner und Turnerinnen sich am Bahnhof versammelte um nach Effretikon zu reisen. Denn dort fand das Turnfest statt, auf das wir uns alle schon seit Monaten freuten. Das Zahlreiche Gepäck reiste mit unserem fahrbaren Barwagen und wir reisten mit dem Zug. Dank eines kleinen Marsches zu Fuss erreichten wir den Zeltplatz kurz nach unserem Gepäck und konnten unsere Zelte in den Acker spannen, bevor dieser zu Schlamm wurde. Doch wir sind nicht wegen den Zelten oder dem Schlamm oder etwa der Bar gekommen, wie einige meinen mögen. Nein, wir haben den ganzen Winter und Frühling geübt und trainiert um uns hier mit den besten der Region zu messen. Also raus aus den Trainerhosen und rein ins LA Tenu, dass zu diesem Zeitpunkt noch so schön trocken war. Das mit dem trocken erledigte sich dann auch gleich mit der ersten Disziplin. Während die einen das Wurfgerät weit in die matschige Wiese schleuderten, hüpften die anderen, erst zaghaft, in die feuchte Sandgrube an der Weitsprunganlage. Wo der erste Sprung noch etwas gehemmt und scheu schien, gelangen die weiteren nur um so herzhafter. Und das gute war, jetzt wo man mal nass und dreckig war, was konnte da einem noch passieren? Also auf zur Gerätekombination, welche in der trockenen Halle aufgeführt wurde. Dank vielen Trainings und unzähligen Wiederholungen sass jede Bewegung, jeder Sprung und jedes Partnerteil. Kaum hatte wir unsere Vorführung beendet, gingen wir unsere Freunde am Hochsprung anfeuern. Diese durften bei jedem Sprung mit dem Rücken in die nasse Matte klatschen, was sie nur zu Höchstleistungen antrieb. Weiter ging es in der tollen, neuen Eishalle, welche perfekt ins Turnfestgeschehen eingebunden wurde. Dort, umringt von Zuschauern auf den Rängen, durften wir unser Aerobic Programm zeigen. Die Wettkampfatmosphäre in der Halle war elektrisierend. Wieder raus aus der Halle, lachte uns die Sonne ins Gesicht und überall um mich herum blickte ich in strahlende Gesichter, als wir auch noch die Disziplinen 800 Meter Sprint und die Pendelstafette hinter uns gebracht hatten. Die luxuriösen Duschen in der Eishalle sind durchaus erwähnenswert, sind die Duschen an anderen Turnfestern doch viel mehr Gartenschläuche mit Löchern, welche hinter Holzbretter unter freiem Himmel gespannt wurden. So konnte es losgehen mit dem Festhüttenwettkampf. Die Organisatoren des Turnfestes steckten viel Liebe in die Planung und so war das kompakte Fest, welches um einen zentralen Biergarten gelegen war, ein grosser Erfolg. Ob im turbulenten Barzelt oder im gemütlichen Wiistübli war für jeden etwas dabei. Am Sonntag fand im grossen Festzelt die Rangverkündigung statt.
  Die mitreissende Stimmung und die ausgelassenen und tanzenden Turner sorgten für eine einmalige Atmosphäre in dem grossen Zelt. Leider gab es für uns keinen Podestplatz, doch trotzdem fühlte sich jeder wie ein kleiner Gewinner, als wir das ereignisreiche Wochenende im Hirschen ausklingen liessen.

Florian Kistler